Welche Backform eignet sich für welche Zubereitung?

Konstanze Moos | Lesedauer: 7 Minuten | 08.09.2022

Etwas zu backen ist ein rundum befriedigendes Erlebnis! Alle Sinne sind daran beteiligt. Ein ansprechendes Rezept, ein wenig Zeit und die richtige Ausstattung sind die Grundvoraussetzungen für ein gutes Gelingen. Sowie je nach Bedarf die richtigen Backformen: Silikonbackformen, Springformen, Wunderformen, Kastenformen, Brot-Backformen, Auflaufformen, 3D-Backformen und Backbleche. Lassen Sie sich inspirieren! Lesen Sie, welche Köstlichkeiten Sie mit den unterschiedlichen Backformen zaubern können.

Welche Backform eignet sich für welche Zubereitung?

Erst kam das Getreide, dann wurde gebacken

Der erste Backvorgang fand, vorsichtig geschätzt, vor rund 6.000 Jahren statt. Eher zufällig soll die Sonne einen Getreidebrei erhitzt haben, der auf einem Stein lag. Aus rein praktischen Erwägungen kamen relativ schnell auch die ersten Backformen ins Spiel.

Backformen verhindern, dass die Teigmasse ausläuft bevor sie sich verfestigt. Heutzutage müssen Backformen natürlich weit mehr Ansprüchen gerecht werden.

Beim Backen geht es darum, Teige aller Art bei einer Temperatur zwischen 160 °C und 250 °C zu garen und zu bräunen. Mal mit, mal ohne Triebmittel. Auch das Überbacken mit Käse, würzigen Krusten und Teigen gehört dazu.

Die (fast) Alleskönner: Springformen und Kastenformen

Die meisten Kuchenrezepte lassen sich mit diesen beiden Formen umsetzen. Und mehr noch, wer sich nicht so viel aus Kuchen macht, der bereitet darin mühelos auch pikante Speisen und Brote zu.

Einfache Kuchenklassiker: rund und eckig

Sandkuchen, Zitronenkuchen und Marmorkuchen, das sind drei einfache Rührteige, die Sie im Nu zubereiten können. Leichte Veränderungen der Rezeptur sorgen für unterschiedlichen Ergebnisse. Ein Rührteig besteht in der Regel zu gleichen Teilen aus Fett, Zucker und Mehl (je 250 g). Hinzu kommen vier Eier, Backpulver und etwas Flüssigkeit.

Noch ein paar Tipps auf den Weg in den Backofen:

  1. Für einen Sandkuchen ersetzen Sie die Hälfte des Mehles durch Speisestärke. Er wird noch feiner, wenn Sie gesiebten Puderzucker statt Zucker verwenden und die Eier trennen. Der Eischnee wird dann zum Schluss sanft untergehoben.

  2. Für einen Marmorkuchen halbieren Sie den Teig und mischen in eine Hälfte Kakaopulver.

  3. Ganz klar, der Zitronenkuchen braucht als Flüssigkeit Zitronensaft und wird mit Zitronenabrieb aromatisiert. Wer mag verpasst dem fertigen Kuchen noch eine Zitronenzuckerglasur.

  4. Die Mengenverhältnisse beim Rührteig sind variabel. Wer es nicht so süß mag, nimmt weniger Zucker. Als Flüssigkeit, meistens 80 bis 125 ml, eignet sich Milch, Zitronensaft oder Wasser.

  5. Fügen Sie etwas Mineralwasser hinzu, das macht den Teig schön locker.

  6. Das Mehl wird immer zum Schluss und nur kurz eingerührt. Durch zu langes Rühren werden die Klebergerüste im Mehl zerstört und der Kuchen fällt zusammen.

  7. Den fertigen Teig zügig in die Kastenform oder Springform füllen und backen.

Pikante Ideen für Kastenformen und Springformen

Süß ist nicht so Ihr Geschmack? Kein Problem. Dann wählen Sie bei einem Neukauf am besten runde Formen und Kastenformen mit einer Antihaftbeschichtung. Alternativ Backformen aus Materialien wie Glas, Keramik und Emaille.

Tipps für pikante Kuchen:

1. Wie für einen süßen Kuchen, können Sie bei der pikanten Variante mit Mehl, Backpulver und Eiern arbeiten. Für den Fettanteil Olivenöl besonders gut.

Mögliche Zutaten für einen pikanten Kuchen in der Kastenform:

  • mediterran mit Oliven, Thymian und Schinken

  • vegetarisch mit Antipasti-Gemüse (Auberginen, Zucchini, Paprika, ...) und Käse

  • scharf mit Salami, Peperoni (Chili) und Käse

2. Pasteten in Kastenformen: Jede Art von Fleisch-, Fisch- oder Gemüsepastete lässt sich hervorragend in einer Kastenform zubereiten. Für die Teigummantelung wird häufig Mürbeteig verwendet. Wem das zu zeitaufwändig ist, der nimmt einfach einen tiefgekühlten Mehrzweckteig.

Voll im Trend mit Wunderformen, Silikonbackformen und 3D-Backformen

Immer bunter und formenreicher wird das Angebot der Backformen. Die flexiblen Backformen aus Silikon bereichern schon seit Jahren mit ihren knalligen Farben die Backwelt. Sie sind flexibel, hitzebeständig, antihaftbeschichtet und lassen sich einfach reinigen. Beim Befüllen und in den Ofen stellen, kann es manchmal etwas schwierig werden, weil das Material sehr weich ist und nachgibt. 2017 kam die Firma Coox mit ihren Wunderformen auf den Markt. Diese faltbaren Backformen aus Silikon sind stabil, leicht zu öffnen, schnell zu reinigen und platzsparend zu verstauen.

In Silikonbackformen lassen sich süße und pikante Teigzubereitungen backen. Mit der Zeit findet jeder seine Lieblingsformen und -materialien für bestimmte Backwaren.

Muffins, Pralinen und Co

Besonders für Kleingebäck, kleinen Kuchen und Pralinen sind Silikonbackformen unschlagbar. Es gibt sie in vielen fantasievollen Formen. Da sie sich platzsparend verstauen lassen, kann man eigentlich nie genug davon besitzen.

Einfaches Muffin-Grundrezept

Zutaten:

  • 200 g Schmand (Crème fraîche, Quark)

  • 100 ml Sonnenblumen- oder Rapsöl

  • 2 Eier

  • 300 g Mehl

  • 150 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker

  • 2-3 TL Backpulver

Zubereitung:

Alle trockenen Zutaten zum Schluss zügig in die flüssige Masse einarbeiten. Mit diesem Grundrezept lassen sich viele leckere Variationen herstellen. Unbedingt zu empfehlen mit Himbeeren, Blaubeeren, Kirschen, Rumrosinen oder Schokolade.

Unverzichtbar für den Backofen: Backbleche, Auflaufformen

Ein Backblech und ein Grillrost gehören mindestens zur Grundausstattung eines Backofens. Doch für Zwiebelkuchen, Pizzen sowie Butterkuchen und Streuselkuchen braucht es ein tiefes Backblech. Wer Lasagne, Moussaka, Kartoffelgratin und überhaupt, wer Aufläufe liebt, wird eine rechteckige beschichtete Backschale sehr zu schätzen wissen.

Auf tiefen Backblechen und in Backschalen lassen sich, je nach Größe, Braten aller Art saftig garen: Von der Gans bis zur Ente, eine Lammschulter oder den Sonntagsschweinebraten. In einer Backschale und auf tiefen Backblechen ist Platz genug, um den Braten mit viel Gemüse und Kräuter zu aromatisieren. So entsteht im Laufe der Garzeit eine geschmacksintensive Bratensoße.

Auflaufformen sind in der Regel etwas kleiner als Backschalen. Die meisten bevorzugen Auflaufformen aus Glas, Keramik oder Emaille. Sie sehen nett aus und können vom Ofen direkt auf den Tisch gestellt werden. Warum? Damit der zerlaufene Käse noch leise zischt, sobald der erste Löffel durch die saftigen Schichten fährt.

Ein paar praktische Tipps für Ihren nächsten Auflauf:

  • Zutaten wie Kartoffeln, Hack oder festeres Gemüse werden vorgegart.

  • Achten Sie auf die richtige Flüssigkeitsmenge im Verhältnis zur Garzeit.

  • Verwenden Sie ruhig unterschiedliche Käsesorten (geeignet sind Parmesan, Emmentaler, Bergkäse, Gouda und Mozzarella).

  • Käsealternative: Butterflöckchen und (gewürzte) Semmelbrösel

  • Der fertige Auflauf lässt sich sowohl wieder aufwärmen als auch einfrieren.

  • Da meistens alle Nährstoffkomponenten bereits im Auflauf enthalten sind, ist ein frischer Salat die perfekte Beilage.

Die Spezialisten: Brot-Backformen, 3D-Backformen

Brot-Backformen

Das beliebteste Material für Brotbackformen sind Formen aus Keramik, beschichtetem Edelstahl und Gusseisen. Aber auch Silikonbackformen, Backformen aus Glas oder Emaille bringen gute Ergebnisse. Letztendlich schwört jede Hobbybäckerin, jeder Hobbybäcker im Laufe der Zeit auf seine Brotbackformen. Anders ausgedrückt, hier müssen Sie Ihre eigenen Erfahrungen sammeln.

Dazu ein paar allgemeine Tipps:

  • Formen am besten etwas einfetten und mit Mehl bestreuen. Ausnahme: Gusseiserne Formen, sie werden mit dem Ofen zusammen vorgeheizt, dadurch wird nichts haften bleiben.

  • Brotbackformen mit Deckel sind gut geeignet für Brote, die bei hoher Temperatur lange gebacken werden müssen. Das Brot bekommt rundherum eine gute Kruste und bleibt innen saftig.

  • Das Brot zum Abkühlen aus der Form stürzen, damit es nicht matschig wird.

  • Der Teig kann bereits für die zweite Gehzeit in die Form gefüllt werden.

3D-Backformen

Mit Backwerken aus Motiv- oder Vollbackformen lassen sich nahezu alle Feste, Mottopartys und Geburtstage thematisch passend aufpeppen. Ob traditionell mit Osterlamm und Weihnachtsbaum oder individuell mit Pferd und Traktor. In der Regel bestehen die Formen aus beschichtetem Metall oder Silikon.

In 3D-Backformen können Sie nicht nur Figuren aus Teig backen, sondern auch den nächsten Schokoladenosterhasen selbst herstellen.

Tipps für den Kauf und den Umgang

  • Motivbackformen gibt es als Reliefs und als 3D-Formen (Vollbackformen)

  • Es gibt unterschiedliche Techniken: zusammenklappbar mit 2 Reliefhälften, zum Aufhängen und über Kopf backen, je nach Form oben oder unten zum Füllen geöffnet, mit einer glatten Ebene.

  • Ein einfacher Rührteig ist für den Anfang sehr gut geeignet.

  • Bei feinen Strukturen leistet ein Backtrennspray gute Dienste, danach dünn mit Mehl bestreuen.

  • Vor dem Stürzen mindestens 10 Minuten auskühlen lassen.

Weitere Ratgeber rund ums Backen